Chronik

Turn- und Sportclub 1902 e.V.

100 Jahre Vereinsgeschichte



Das 100jährige Jubiläum des Turn- und Sportclubs 1902 Blumberg e.V. gibt Anlass für einen umfangreichen Rückblick in die Geschichte des ältesten Sportvereins der Eichbergstadt. Natürlich ist es nicht möglich, auf alle Ereignisse während des zurückliegenden Jahrhunderts einzugehen, die den Verein in seiner Entwicklung geprägt und voran gebracht haben und die, das sei an dieser Stelle ausdrücklich betont, ihn in das heutige vielfältig gefächerte , sportliche Vereinsleben unserer Stadt einbinden. Es soll hier versucht werden, aus den Überlieferungen der alten Zeit, aus Protokollen und sonstigen Veröffentlichungen ein anschauliches Zeitdokument zu schaffen. Den Blumberger Turnern und Turnerinnen des Jahres 2017 soll es helfen, sich in ihrem Verein zu positionieren und sich als Bindeglied in einer langen Vereinstradition zu verstehen. Da die Sportarten Leichtathletik und Handball erst in späteren Jahren im Vereinsgeschehen ihren Platz gefunden haben, soll an dieser Stelle die Geschichte der Blumberger Turner und Turnerinnen vorrangig betrachtet werden. In unseren Gedanken gehen wir zurück in die Vergangenheit. Nach Blumberg am Südrand der Baar, in ein Dorf mit gerade einmal ein paar hundert Einwohnern. Es sind einfache Menschen und die Arbeit im Stall und auf den Feldern die das Dorfbild prägen.



1902

Schon länger haben einige Männer aus der Dorfbevölkerung den Wunsch, sich nach getaner Arbeit sportlich - gesellig zu betätigen. Am 3. August 1902 ist es dann endlich soweit. Im oberen Saale des Gasthauses- „Zum Adler" in der Hauptstraße versammeln sich 17 Altblumberger, um einen Turnverein zu gründen. Sie nennen ihn „Turnverein 1902 Blumberg" und wählen aus ihrer Mitte einen Vorstand, der sich künftig um die Angelegenheiten des jungen Vereins kümmern soll:

August Wick - 1. Vorsitzender
Wilhelm Troll - 2. Vorsitzender und Schriftwart
Josef Feederle - Kassenwart
Lehrer Karl Hanter - Turnwart
Wilhelm Held - Zeugwart

Zu den 17 Vereinsgründern gesellen sich schon bald weitere Aktive, Zöglinge und auch passive Mitglieder.

1904

Schon zwei Jahre später nehmen erstmals Blumberger bei einem Wettkampf teil und am 31. Juli 1904 erringen beim Gauturnfest in Donaueschingen die Turnbrüder Emil Böhringer, Jakob Faller, Emil Grüninger, Ferdinand Knöpfle, Johann Lehmann, Gustav Martin, Albert Rothmund und Wilhelm Troll jeder einen Kranz aus Eichenlaub und gemeinsam einen Preis 2. Klasse für den Heimatort.

1908

In Blumberg veranstaltet der Badische Schwarzwald Turngau seinen 39. Gauturntag.

1910

Acht Jahre nach der Gründung des Vereins wird Johann Metzger Nachfolger von August Wick.


1914

Weitere Jahre währt der Turnbetrieb in dem abseits vom Weltgeschehen gelegenen 600-Seelen-Dorf zwischen dem Eichberg und Buchberg. Dann wird das Vereinsleben im Jahre 1914 durch den Ausbruch des 1. Welt-krieges jäh unterbrochen.

1919

Fünf Jahre später - am 15. Mai 1919 - regen sich neue Vereinstätigkeiten, trotz der Lücken, die der 1. Weltkrieg in den Reihen der Blumberger Turner hinterlassen hat. Es folgen Jahre voller Aktivitäten. Zahlreiche mustergültig aufgezogene Turnfeste, Herbstwanderungen und Bälle unter dem Vorsitzenden Johann Metzger lassen das Kriegsgeschehen bald vergessen.

1930

1930 stirbt Johann Metzger, der zwanzig Jahre den Turnverein 1902 geleitet hat. Mit ihm endet das erste Vierteljahrhundert Vereinsgeschichte, das im Stil und Inhalt gekennzeichnet war von den ursprünglichen Traditionen der Deutschen Turnerschaft. Als Nachfolger von Johann Metzger tritt 1930 der Gemeinderechner und spätere Bürgermeister Karl Müller an die Spitze des im gesamten Schwarzwald Turngaus angesehenen TV 1902. Unter seinem Vorsitz trifft den Verein ein hartes Los, was den turnerischen Vereins-aktivitäten in Blumberg ein unfreiwilliges Ende setzt.

1933 - 1935

Drei Jahre nach Müllers Amtsantritt - als in Deutschland Adolf Hitler die Macht ergreift - beginnt für die Turnerschaft eine schwere Zeit. Der Deutsche Turnerbund, dem der Turnverein 1902 Blumberg angehört , verliert als eigenständiger Sportverband seine Selbstständigkeit , da er in den nationalsozialistischen Reichsbund für Leibesübungen eingegliedert wird. Durch diese Gleichschaltung aller deutschen Turn- und Sportvereine wird der Sport für die Verwirklichung fragwürdiger politischer Ziele missbraucht. Die unabhängige Deutsche Turnerschaft gibt es nicht mehr und schon bald ist auf den Hemden der Turnerinnen und Turner anstelle des roten DTB auf weißem Grund nur noch ein schwarzes Hakenkreuz zu sehen.

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1945

Keinen Fachverband hat der verlorene 2. Weltkrieg so hart getroffen, wie gerade die Deutsche Turnerschaft und somit auch die Turnvereine. Es gelingt den Turnern nicht, den westlichen Besatzungsmächten ihre vielseitig geübte Toleranz und selbstverständliche Friedfertigkeit zu beweisen. Während es den übrigen Verbänden durch Erlasse der Besatzungsmächte möglich wird, allgemeine Sportvereine zu gründen, bleibt das Turnen in Schule und Verein weiterhin verboten, da das Aufkommen eines neuen Nationalbewusstseins in den Reihen der Turnerinnen und Turner befürchtet wird.

1950

Nachdem das Verbot aufgehoben ist, regt sich langsam das schlummernde Turnerherz der Altblumberger und all derer, die hierher gekommen sind im Zug der Zeit, der dem kleinen Dorf einen radikalen strukturellen Wandel beschert. Für die Turnerfreunde ist es jedoch nicht leicht, ihren Verein neu zu beleben, denn zu viele Hindernisse gilt es zu überwinden. Die ehemalige Turnhalle am Herrengarten steht zwar noch, aber die erforderlichen Übungsgeräte fehlen darin. Außerdem wird die Turnhalle als Festhalle genutzt, wodurch ein geregelter Turnbetrieb nicht möglich ist. Mehrmals wird von den alten Turnern der Versuch unternommen, den ehemaligen Turnverein 1902 wieder zu gründen. Karl Müller, der mittlerweile Bürgermeister geworden ist, lädt sogar Olympiasieger und Medaillengewinner zu Vorführungen an den Eichberg ein, um für seine Sportart zu werben.

1952

Auf Antrag von Reginald Mayer beschließt der 1950 gegründete Sportverein, zusätzlich zu seiner schon bestehenden Fußball-Abteilung, eine Turnabteilung zu gründen. Die entsprechende Gründungsversammlung findet am 6. August 1952 im Gasthaus „Krone" statt und etwa 40 Turnfreunde haben sich hier zusammen gefunden. Viele von ihnen haben den Wunsch, den Verein auf eigene Füße zu stellen und an die alten Zeiten anzuknüpfen. Jedoch aufgrund der gemachten Erfahrungen in der Vergangenheit setzen sich schließlich diejenigen durch, die sich dafür einsetzen, die neu gegründete Turnabteilung dem Sportverein Blumberg anzugliedern. Mit einer Männer - Altersriege und einer aktiven Männerriege, geleitet von Alfred Titze, einer Jugendriege geleitet von Felix Baier, der Betriebsleiter der Taschentuchweberei ist, und einer Damen - Riege, angeführt von Lehrerin Petter, beginnt die Biumberger Turnerschaft ihren Neubeginn nach dem 2. Weltkrieg. Am 24. Oktober 1952 ändert der Sportverein seinen Vereinsnamen in „Turn- und Sportverein Blumberg" (TuS) um. Damit soll das Entgegenkommen der Blumberger Fußballer gegenüber den Turnern zum Ausdruck gebracht werden.

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1953

Schon am 21. September 1953 rechtfertigt der Leistungsstand der neuen Abteilung die Teilnahme am Turnfest in St. Georgen, wo die Blumberger Turner unerwartet Erfolge erringen und mit Blasmusik und Chorgesang im Triumphzug zum Eichberg zurückkehren. Die Teilnahme beim Landesturnfest 1954 in Freiburg weckt nun allseits den Wunsch, den alten Turnverein von 1902 endlich wieder zu begründen.

1955

Nach vorbereitenden Gesprächen von Bürgermeister Karl Müller und Einstudierung des Eröffnungsturnens durch Hauptlehrer Max Brockhoff findet am 13. Februar 1955 in der „Krone" die lang herbeigesehnte Mitgliederversammlung zur Wiederbegründung des TV 1902 statt. Etwa 60 Turnfreunde, allen voran die Veteranen, sind gekommen, jedoch zum allgemeinen Bedauern, kein einziger Vertreter des TuS. Der Leiter dieser außergewöhnlichen und denkwürdigen Versammlung ist Bürgermeister Karl Müller, der darum bittet, an die alte Turntradition wieder anzuknüpfen, was von der Versammlung mit Beifall aufgenommen wird. Alle sind entschlossen, mit Mut und Tatendrang dem wieder gegründeten Turnverein eine Zukunft zu geben.

Es wird ein neuer Vorstand gewählt und erwartungsgemäß wird
Reginald Mayer, 1. Vorsitzender
Paul Stritt, Schriftführer
Luitgard Falk, Kassenwartin
Max Brockhoff, Oberturnwart
Paul Daniel und Severin Baumann, Beisitzer.

Bereits nach drei Wochen — am 5. März 1955 — ist unter starker Beteiligung in der Scheffelschul - Turnhalle das große Eröffnungsturnen, bei dem die Altveteranen Wilhelm Benz, Gustav Emil, Bernhard Feederle, Franz Fricker, Gerhard Grüninger, Karl Müller und August Wick zu Ehrenmitgliedern ernannt werden. Noch im selben Jahr und zwar am 26. Juni 1955 richtet der TV 1902 das erste Gauschülerturnfest in Blumberg aus, zu dem 300 Schüler, darunter 120 allein aus Blumberg, auf den hiesigen Sportplatz gekommen sind, wo auf der grünen Wiese alle erforderlichen Turngeräte aufgestellt sind. Ein Festumzug durch den Ort und ein umfangreiches Nachmittagsprogramm runden dieses erste Großereignis des jungen „alten" Turnvereins ab. Weitere Veranstaltungen folgen, die das beispielhafte Engagement des Vorsitzenden Hauptlehrer Reginald Mayer beweisen. Über die Grenzen Blumbergs hinaus werden die Turner des TV 1902 bekannt, da sie viele Siege bei entsprechenden Wettkämpfen erringen.











1958 Deutsches Turnfest München: Von links: Johann Amenda, Helmut Bernd, Ruth Vogel, Bruno Metzger, Luitgard Falk, Roland Baumann, Ingrid Thoma, Rudolf Schneider, Alfred Titze.
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1957

Zu Marksteinen der Vereinsarbeit in den Jahren 1955 bis 57 werden Gauturnfeste in Löffingen und Schönwald, die Kunstturnmeister-schaften des Badischen Schwarzwald Turngaus, Jugendbesten-Wettkämpfe, Gauschülerturnfeste, Herbstwanderungen, Turnerbälle, der 57. Gauturntag in Blumberg und erstmals wieder Nikolausfeiern in der Turnhalle am Herrengarten, die in der Folgezeit jedoch immer mehr als Festhalle genutzt wird. Von anfänglich 60 Mitgliedern im Wiederbegründungsjahr 1955 steigt die Zahl der Mitglieder in den folgenden Jahren auf 341 an.

Namen, die mit dem erfolgreichen Wiederaufbau des Turnvereins 1902 untrennbar in Zusammenhang stehen, sind:
Rudolf Schneider, Alfred Titze, Max Brockhoff, Luitgard Falk Ruth Vogel,

um nur einige von ihnen zu nennen. In diesen Jahren prägt ganz besonders ein Mann das Vereinsgeschehen: Dr. Siegfried Hoffmann, Allgemeinmediziner in Blumberg, der 1959 den zweiten Vorsitz übernimmt. Aufgrund seiner Initiative schließen sich bereits 1956 Männer und Frauen dem TV 1902 an, die sich ausschließlich der Leichtathletik widmen. In den Folgejahren erringen auch sie Erfolge bei überregionalen Veranstaltungen.

1958

Der TV Blumberg hat einen vereinseigenen Spielmannszug, der die sportlichen Veranstaltungen musikalisch begleitet und bis 1969 aktiv ist. Um ihre Vereinskasse aufzufüllen, lassen sich die Blumberger Turner und Turnerinnen dieser Jahre allerhand einfallen. So wird beispielsweise eine Wiese abgemäht und von dem Erlös des verkauften Heus die Teilnahme beim Bundesturnfest in München mit finanziert. Dort vertreten dann

Alfred Titze, Johann Amenda, Roland Baumann, Bruno Metzger, Luitgard Falk, Ruth Vogel, Ingrid Thoma, Karin Schmidt, Helmut Bernd und Rudolf Schneider

die Farben des Blumberger Turnvereins.

1959 verlässt Reginald Mayer aus beruflichen Gründen Blumberg und an seine Stelle des ersten Vorsitzenden rückt Alfred Titze, das Amt des Kassierers übernimmt Helmut Bernd.

1961

Im Juni stirbt der Ehrenvorsitzende und Altbürgermeister Karl Müller. Auf vielen Wettkämpfen, Gau- und Landesturnfesten hatte er als aktiver Turner den Blumberger Verein vor dem Krieg vertreten, war dessen Vorsitzender gewesen und Hauptinitiator der Wiederbegründung.

1962

Die folgenden Vereinsjahre sind gefüllt mit einem geregelten Übungsbetrieb, dem Besuch von Turnfesten sowie der Ausrichtung sportlicher und geselliger Veranstaltungen. Rudolf Schneider verlässt aus beruflichen Gründen die Eichbergstadt und an seine Stelle des Männerturnwartes rückt Johann Amenda. Rudolf Schneider hatte für den Blumberger TV zahlreiche Siege und Ehrungen erworben. Sein Name wird für immer mit den Anfangsjahren nach Wiedergründung des Vereins verbunden bleiben.

1965 - 1971

Das TV - Vereinsschiff dümpelt in ruhigen Gewässern, zumindest was die 1971 turnerischen Aktivitäten betrifft und dieser Zustand wird auch noch weitere Jahre anhalten. Ausbleibende sportliche Erfolge, fehlende Übungsleiter und zurückgehende Mitgliederzahlen sind die Folge.

1972

In Blumberg findet das Handball spielen immer mehr Anhänger und es gibt sogar eine Gruppe, die den Handballsport aktiv betreibt. Um sich vereinsmäßig zu strukturieren, gründen sie eine Handball-Abteilung, die sich dem TV 1902 anschließt. Die Erfolge bleiben nicht aus. In kurzer Zeit bereits haben sich die Handballspieler des TV Blumberg einen Namen im Bezirk Hegau - Bodensee gemacht.

1975

Um die Blumberger Turner und Turnerinnen wird es indess immer ruhiger. Und obwohl die Aktiven mit ihrer Vereinslage nicht zufrieden sind, findet sich dennoch niemand, der mit Herz und Engagement einen Wandel herbeiführen könnte. Die Hauptstütze bei den Turnern ist in diesen Jahren ohne Zweifel Brigitte Happle, die sowohl die Kindergruppen wie auch das Frauenturnen leitet. Die Leichtathletik-Abteilung hat ihre Arbeit eingestellt aufgrund der unzureichenden Sportanlagen, die kein adäquates Freilufttraining ermöglichen. Nach dem Tod von Dr. Siegfried Hoffmann übernimmt Alfred Guckeisen das Amt des zweiten Vorsitzenden. 19 Jahre hat der engagierte Mediziner dem Blumberger Turnverein mit Rat und Tat zur Seite gestanden, und hat für seine Verdienste die goldene Ehrennadel des Badischen Turnerbundes erhalten.

1976

Noch immer ist der Verein in keinem Vereinsregister eingetragen. Um eine Verwechslung mit dem Turn- und Sportverein (TuS) zu vermeiden, muss auf Drängen des Vereinsregistergerichts ein neuer Vereinsname gefunden werden. Aus dem traditionsreichen TV 1902 wird der „Turn- und Sportclub 1902 Blumberg e.V." An seiner Spitze stehen

Alfred Titze, Alfred Guckeisen, Hermann Zorbach, Helmut Bernd, Elisabeth Stammen und Brigitte Happle.

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1977

Am 28. Mai 1977 wird das neue Stadion eingeweiht und die Blumberger Turner und Turnerinnen präsentieren sich hier mit umfangreichen Vorführungen. Das neue Stadion trägt wesentlich dazu bei, dass sich auch die Leichtathletik - Abteilung wieder neu formiert, da nun bessere Trainingsmöglichkeiten zur Verfügung stehen. Das Jahr 1977 beschert dem TSC jedoch noch ein weitaus bedeutenderes Ereignis. Das Jubiläum zum 75jährigen Vereinsbestehen. Ein Festabend in der Stadthalle, Leichtathletik-Wettkämpfe im Stadion, Handballspiele auf dem Kleinspielfeld, ein Tanzabend und nicht zuletzt ein großes Schauturnen in der Stadthalle werden von den Verantwortlichen organisiert , um das Jubiläum entsprechend zu würdigen. Während des Festbanketts werden zahlreiche aktive Mitglieder für ihr langjähriges Engagement mit goldenen und silbernen Ehrenabzeichen des Badischen Turnerbundes ausgezeichnet. Es sind dies Helmut Bernd, Michael Wenzel, Brigitte Happle und Bruno Metzger. Eine große Anzahl weiterer Mitglieder erhält die Vereinsnadel in Gold oder Silber. Der Höhepunkt des dreitägigen Jubiläumsfestes ist zweifelsohne das Schauturnen am Sonntag , bei dem sich nicht nur die vereinseigenen Riegen präsentieren, sondern auch Turner aus Bad Dürrheim, Haslach und Furtwangen dem Blumberger TSC ihre turnerische Aufwartung machen.

1977 - 1983

In den folgenden Jahren zeichnet sich eine Entwicklung ab, an deren Ende 1983 eine vollständige Umwandlung der Vereinsstruktur steht. Bei den Handballern, die zwischenzeitlich einen großen Aufschwung erlebten, wächst der Wunsch, auf eigenen Beinen zu stehen, gleichzeitig jedoch den Vereinsnamen TSC beizubehalten. Am 8. Juni 1983 wird durch die Stimmenmehrheit der Handballer eine neue Vereinsform geschaffen, in der Turner, Leichtathleten und Handballer als drei eigenständige Abteilungen unter einem Vereinsdach zusammen gefasst werden. Erster Vorsitzender des gesamten Turn- und Sportclubs wird Alfred Titze, und Jürgen Feller übernimmt die Vereinsführung der Turner, die sich nur schwer mit der neuen Vereinsstruktur anfreunden können. Die Leichtathletik - Abteilung leitet Dietmar Schenk, und erster Vorsitzender der Handballer wird Hermann Zorbach.

1983 - 1987

Es regen sich nur wenige Aktivitäten in der Blumberger Turnerschaft. Die 1987 Übungsstunden der einzelnen Riegen finden zwar regelmäßig statt, aber Übungsleiter sind nach wie vor Mangelware. So lastet der gesamte Übungsbetrieb auf den wenigen Schultern der ehrenamtlich Tätigen unter der Abteilungsleitung von Jürgen Feller. Zu nennen sind hier Bruno Metzger, Thomas Volz, Stefan Sosinski, Annelore Knauf, Cilly Nakowitsch-Scherer, Sybille Wagner, Rita Jenal und — Alfred Titze. Die sportlichen Höhepunkte in diesen Jahren sind die alljährliche Teilnahme beim Gaukinderturnfest, das beliebte Nikolausturnen in der Blumberger Stadthalle und der Besuch und die Teilnahme bei Sportfesten auf Landes- und Bundesebene. Eine wesentliche Verbesserung der Trainingsmöglichkeiten erfahren die TSC - Turner mit der Einweihung der neuen Eichberg - Sporthalle am 7. und 8. März 1987. Unter dem Motto „Turnen hält fit - mach mit" beteiligen sich die verschiedenen Riegen an dem bunten Eröffnungsprogramm.

1987

Genau zwei Monate später erfolgt ein richtungsweisender Wechsel an der Vereinsspitze der Blumberger TSC - Turner. Angespornt durch den mäßigen Verlauf beim letztjährigen Gaukinderturnfest in Bad Dürrheim erklären sich Gunther Franz und Ernst Bouillon bereit, aktiv im Vorstand mitzuarbeiten und bei der Hauptversammlung am 8. Mai 1987 im Gasthaus „Krone" wird dann der Wandel vollzogen. Der neue Vorstand setzt sich zusammen aus

Gunther Franz Ernst Bouillon Helmut Bernd Gerlinde Metzger Bruno Metzger Beate Luckey
Abteilungsleiter Stellvertreter Kassenwart Schriftführerin Oberturnwart Beisitzerin.

Als eine seiner ersten Aufgaben erachtet es Gunther Franz, in Anknüpfung an die alten Traditionen, Kunstturnriegen für Jungen und Mädchen aufzubauen, um dem Turnsport in Blumberg wieder zu mehr Attraktivität zu verhelfen. Neue Übungsleiter werden gesucht und gefunden und gleichzeitig zusätzliche Trainingseinheiten in den Sporthallen geschaffen. Eine Gruppe des TSC fährt zum Deutschen Turnfest nach Berlin und beim Nikolausturnen Anfang Dezember präsentieren sich die Riegen in neuen einheitlichen Trikots und mit ansprechenden Darbietungen.

Nach 29 Jahren aktiver Vorstandsarbeit wird am 2. Juni 1988 Alfred Titze verabschiedet und zum Ehrenvorsitzenden des Gesamt - TSC ernannt. An seine Stelle rückt Hermann Zorbach und nach dessen Rücktritt 1991 übernimmt Peter Gilly den Vorsitz des Gesamtvereins.











Bei der Landesgynaestrada 1989 in Donaueschingen
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1988 - 1996

Dem unermüdlichen Einsatz von Gunther Franz ist es zu verdanken, 1-196 dass sich die Blumberger Turnerschaft nach Jahren des Stillstands wieder im Aufschwung befindet. Auf dem jährlichen Programm der TSC - Turner stehen seit 1987 Vereinsmeisterschaften, Vergleichswettkämpfe mit befreundeten Vereinen, die Abnahme des Kinderturnabzeichens und die vermehrte Teilnahme an Wettkämpfen auf Gauebene. Auf seine Initiative hin hat sich die Zahl der Riegen verdoppelt. Zu den bestehenden Gruppen werden zusätzlich eine weitere Frauengruppe, drei Mädchen - Kunstturnriegen, eine Jazztanz - Gymnastikgruppe, Akrobatik und eine Gruppe Rhythmische Sportgymnastik gegründet. Gleichzeitig wird eine einheitliche Vereinskleidung angeschafft, und über die neue vereinseigene EDV-Anlage wird ab 1993 die gesamte Mitgliederverwaltung abgewickelt. Eine Aufgabe, der sich Beate Luckey, die zwischenzeitlich als zweite Vorsitzende agiert, besonders widmet. Es finden vermehrt Lehrgänge und Wettkämpfe des Badischen Schwarzwald Turngaus in Blumberg statt.

1992

Der TSC feiert seinen 90. Geburtstag mit einem Festakt in der Aula der Scheffelschule. Ein Sport-Nachmittag in der Eichberg-Sporthalle unter Betei-ligung der Leichtathleten und Handballer schließt sich an und auch Turner und Turnerinnen des TV Donaueschingen und des TuS Bräunlingen sind in das Programm mit eingebunden. Der sportliche Höhepunkt in diesem kleinen „Jubiläums"jahr wird am 28. Juni die Ausrichtung des Gau-Kinderturnfestes, zu dem mehr als 600 Aktive aus allen Vereinen des Badischen Schwarzwald Turngaus nach Blumberg kommen und bei schönstem Wetter ihre Wettkämpfe in den Hallen und im Stadion austragen. Das zweite Gaukinderturnfest nach 1955! Die Verantwortlichen des TSC erweisen sich als gute Gastgeber und den einheimischen Turnern gehört der Dank und die Anerkennung der Gauleitung. Den Vorstand bilden in diesem Jahr

Gunther Franz - Abteilungsleiter
Beate Luckey - Stellvertreterin
Sigrid Lemke - Schriftführerin
Helmut Bernd - Kassenwart seit 1959
Jürgen Feller - Turnwart
Ulla Zeller Beisitzerin.

Das Vereinsleben befindet sich in seiner zweiten Hochphase seit der Wiederbegründung in den fünfziger Jahren: 16 Übungsleiter, Vorturner und Helfer sorgen für einen geregelten Übungsbetrieb der insgesamt 14 Riegen. Von den 419 Mitgliedern der TSC - Turnabteilung kommen regelmäßig rund 230 aktiv in die Übungsstunden. Im Jahr des 90jährigen Bestehens, in dem die Handballabteilung gleichzeitig ihren 20. Geburtstag feiert, sind Johanna Müller, Severin Baumann und Alfred Titze die Ehrenmitglieder des ältesten Sportvereins in Blumberg.

Nach 34jähriger Amtszeit als Kassierer wird Helmut Bernd vom Vorsitzenden Gunther Franz offiziell verabschiedet. Gleichzeitig erhält er beim traditionellen Nikolausturnen in der Stadthalle die Urkunde für die Ehrenmitgliedschaft. Nachfolger von Helmut Bernd im Amt des Kassenwarts wird Karlheinz Meister.

1993 - 1994

Es findet ein regelmäßiger Übungsbetrieb in allen Riegen statt. Die 1994- TSC - Turner versuchen, mit zusätzlichen Angeboten neue Wege des Vereinssports zu beschreiten. So werden erstmals Kurse in Aerobic und Gymrobic angeboten, mit denen man vor allem Nichtmitglieder ansprechen möchte. Schon bald sind diese Kursangebote fester Bestandteil des Vereinslebens. Bei den Kinderturnfesten in Bad Dürrheim und Bräunlingen erturnen sich die Blumberger insgesamt fünf Medaillen. Im Gymnastik - Dreikampf werden mit Alexandra Scherer und Julia Jettkandt sogar zwei erste Plätze belegt. Bei den Mannschafts - Wettkämpfen des Badischen Schwarzwald Turngaus verfehlen die Geschwisterpaare Tanja und Melanie Happle sowie Anke und Sandra Jettkandt nur knapp das Siegerpodest.

1995

Bei der Mitgliederversammlung im Gasthaus „Hirschen" gelingt es nur schwer, einen neuen Vorstand zu wählen. Gunther Franz, der acht Jahre lang den Blumberger Turnern und Turnerinnen vorgestanden hat und während seiner Amtszeit den Verein mit neuen Übungsleitern und Vorturnern, zusätzlichen Gruppen und zahlreichen Wettkämpfen und Veranstaltungen neu belebt hat, verzichtet auf eine weitere Kandidatur. Nach längeren Überredungskünsten gelingt es Kassenprüfer Roland Pfeiffer schließlich doch noch, ein Ergebnis herbeizuführen und die Versammlung wählt aus ihrer Mitte

Sabine Hinse - Abteilungsleiterin
Gabi Butscher - Stellvertreterin
Beate Luckey - Schriftführerin
Karlheinz Meister - Kassierer
Jürgen Feller - Turnwart
Ulla Zeller - Beisitzerin
Gunther Franz - Beisitzer











Mitte v. links: Erich Vetter, Gunther Franz, Richard Eichhorn, Oliver Volz, Werner Langenfeld, Alfred Titze, Laszlo Molnar, Stefanie Luckey, Tanja Reichmann.
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1995 - 1999

Der Übungsbetrieb läuft in gewohntem Gang und mit dem „Mutter-Kind-1999 Turnen" schafft der neu gewählte Vorstand ein zusätzliches Angebot. Neben dem Nikolausturnen stehen die Vereinsmeisterschaften und die Teilnahme bei den Gaukinderturnfesten regelmäßig in der Jahresplanung. Die Übungsleiter nehmen an auswärtigen Lehrgängen des Badischen Schwarzwald Turngaus und des Badischen Turnerbundes teil. Anlässlich der Hauptversammlung im November 1999 wählen die Mitglieder wiederum einen neuen Vorstand:

Gudrun Münch - Abteilungsleiterin
Gabi Butscher - Stellvertreterin
Simone Heinze - Schriftführerin
Simone Hubrich - Kassenwartin
Jürgen Feller - Turnwart
Ulla Zeller - Beisitzerin
Gunther Franz - Beisitzer

2000

Im Juni nehmen insgesamt 65 Wanderer aus acht Turnvereinen am Gauwandertag teil, der unter der Führung von Karlheinz Meister in Blumberg stattfindet und über die Ottilienhöhe in die Wutachflühe führt, von wo aus mit der „Sauschwänzlebahn" wieder zurück nach Zollhaus gefahren wird. Für die ausscheidende Simone Heinze übernimmt Ulla Zeller das Amt der Schriftführerin. Die TSC - Turner beteiligen sich an dem städtischen Ferienprogramm, und bieten für die Daheimgebliebenen eine Wanderung zum Eichbergstutz an. Unter der Leitung von Cilly Nakowitsch-Scherer und Simone Hubrich formiert sich eine Tanzgruppe innerhalb der TSC-Turnabteilung.

2001

Die Blumberger Turnerinnen und Turner sind erneut auf der Suche nach einer Vereinsführung und so kommt es, dass innerhalb von sieben Jahren nun zum dritten Mal ein neuer Abteilungsleiter gebraucht wird. 36 Mitglieder kommen im November in das Gasthaus „Hirschen" und wählen während ihrer Hauptversammlung

Manfred Eichler - Abteilungsleiter
Gabi Butscher - Stellvertreterin
Simone Hubrich - Kassenwartin
Ulla Zeller - Schriftführerin
Jürgen Feller - Turnwart
Beate Luckey - Beisitzerin
Gunther Franz - Beisitzer
Karlheinz Meister - Beisitzer

Zu Jugendvertretern werden Tanja Happle und Adrian Schneider ernannt.

2002

Das Jubiläumsjahr zum 100jährigen Bestehen des Turn- und Sportclub 1902 Blumberg e.V. beginnt mit der Ausrichtung des 119. Gauturntages in der Blumberger Stadthalle und im Mai fahren 14 Mitglieder der Tanzgruppe zum Deutschen Turnfest nach Leipzig, um bei den Gruppenvorführungen der Vereine aufzutreten.